Die Corona-Pandemie hinterlässt sichtbare Spuren an deutschen Arbeitsplätzen. Von Home-Office, über Video-Calls bis hin zu Plexiglasscheiben in Geschäften – in kaum einer Branche machen sich die Veränderungen nicht bemerkbar. Das erzeugt einerseits eine enorme Aufbruchstimmung, andererseits bringt die Situation Unsicherheit und auch Mythen mit sich. Das Jobportal StepStone hat die vergangenen Monate genutzt, um 35.000 Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Deutschland nach ihren Erfahrungen mit der Krise und den Erwartungen an die Zukunft zu befragen. Dabei ist auch eine Übersicht über die fünf größten Mythen über die Arbeitswelt in Corona-Zeiten entstanden.

1. Die Jobsuche ist derzeit aussichtslos

Auch wenn viele Unternehmen ihre Personalsuche in der Hochphase der Krise im April herunterfuhren, verhängte nur eine Minderheit konkrete Einstellungsstopps. Das Recruiting hat derweil wieder an Fahrt aufgenommen. Laut der StepStone-Erhebung begannen 25 Prozent der befragten Unternehmen bereits im Juni wieder wie gewohnt mit der Personalsuche. Zahlreiche weitere rechnen damit, ihre Recruting-Maßnahmen in den kommenden Monaten auf das Vorkrisen-Niveau zu bringen. Die Jobsuche ist also keineswegs aussichtslos, auch wenn sie sich je nach Branche und Spezialisierung schwieriger gestalten könnte, als vor der Krise.

2. Es finden sowieso keine Bewerbungsgespräche statt

Tatsächlich wurden nur bei 9 Prozent der befragten Jobsuchenden während der Krise Vorstellungsgespräche abgesagt. Bewerbungsverfahren finden demnach auch weiterhin statt, jedoch nicht im persönlichen Gespräch vor Ort. Zahlreiche Arbeitgeber haben ihre Recruiting-Prozesse schnell angepasst und Vorstellungsgespräche entsprechend per Video oder telefonisch organisiert. Das spart den Kandidaten vor allem Zeit und Reisekosten und ermöglicht ein Gespräch in vertrauter Umgebung. Das schmälert jedoch nicht die Bedeutung einer professionellen Vorbereitung und eines ansprechenden Auftritts.

3. Im Home-Office ist kein Teamwork möglich

80 Prozent der Befragten entkräften diesen Mythos mit einem klaren „Nein“. Sie arbeiten remote immer noch genauso zuverlässig im Team zusammen wie vor der Krise. Trotz der physischen Distanz finden drei Viertel der Befragten, dass auch die Kommunikation sowie die Stimmung untereinander gut sind. Gute Nachrichten für Arbeitgeber: Auch die Effizienz der Mitarbeiter leidet im Großen und Ganzen nicht unter Home-Office. 36 Prozent der Arbeitnehmer gaben an, zu Hause sogar produktiver zu sein als im Büro.

4. Das digitale Arbeiten fällt älteren Menschen schwer

Man sollte annehmen, dass junge Mitarbeiter besser mit dem digitalen Arbeiten von zu Hause zurecht kommen als ältere. Die Erhebung von StepStone zeigt jedoch, dass sich über 50-Jährige im Home-Office produktiver fühlen als ihre jüngeren Kollegen. Im Vergleich zu den unter 30-Jährigen schaffen es die über 50-Jährigen besser und fokussierter zu arbeiten und dadurch mehr Arbeit zu bewältigen. Zudem ist für sie die Zusammenarbeit im Home-Office weniger einschränkend als für unter 30-Jährige.

5. Reines Home-Office ist die Zukunft des Arbeitens

Auch wenn große Tech-Konzerne die Schlagzeilen mit dieser Aussage füllen und einige Unternehmen ihre Büroräume kündigen, wird Home-Office auch künftig nur eine Ergänzung bleiben. Nur vier Prozent der Arbeitnehmer gaben in der StepStone-Studie an, grundsätzlich immer von zu Hause aus arbeiten zu wollen. Das bestätigt sich auch auf Unternehmensseite: Hier sind es 10 Prozent der Befragten, die künftig nur noch Remote-Arbeit planen. Jedoch wird das Home-Office als flexible Lösung bleiben: Die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten und Arbeitgeber wünschen sich Mischformen aus Präsenz- und Home-Office-Arbeit.


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